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ResMed Inc. - Profil

ResMed Inc. – Profil

Kurzvorstellung

Die ResMed Inc. ist ein führender Hersteller von medizinischen Geräten für Atemwegserkrankungen, die sich auf den Schlaf und dessen Qualität auswirken. Die wichtigsten Krankheiten auf die sich der Konzern fokussiert sind das obstruktive Schlafapnoe Syndrom, bei dem sich die Atemwege zu stark entspannen, sodass nicht mehr genügend Sauerstoff in die Lunge kommt, was zu immer wiederkehrenden kurzen Atemstillständen während des Schlafes führt, und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), bei der es ebenso zu einer Belüftungsstörung der Lunge aufgrund von einer Verengung der Atemwege kommt, der Grund ist aber bei COPD eine langjährige Schadstoffbelastung.

Die wichtigsten Produkte des Unternehmens zur Behandlung dieser Krankheiten während des Schlafes sind die PAP-Schlafmasken. PAP steht für Positive Air Pressure, also positiven Luftdruck, entsprechend wird mit Hilfe dieser Geräte ein leichter Überdruck in den Atemwegen erzeugt, der dem Zusammenfallen selbiger entgegenwirkt. Patienten mit Schlafapnoe nutzen eigentlich nur die PAP-Masken, während bei den anderen Krankheiten auch Ventilatoren (also Beatmungsgeräte) zum Einsatz kommen. Auch hat das Unternehmen noch ein Produkt, mit dem einfach und sicher obstruktive Schlafapnoe diagnostiziert werden kann.

Neben den medizinischen Geräten, die das historische und auch aktuelle Kerngeschäft sind, ist das Unternehmen in den letzten Jahren auch immer mehr im Bereich der Software aktiv. Mit dieser Software bedient das Unternehmen vor allem andere Konzerne die im Bereich der Heimpflege aktiv sind und hilft diesen beim Managen des eigenen Geschäftes sowie der Patienten.

Produktion

Die Produktionsprozesse des Unternehmens umfassen die Produktion von speziellen Komponenten, sowie das Zusammensetzen und Testen der eigenen Geräte, Masken und Accessoires. Ein Großteil der Komponenten und Rohstoffe, die das Unternehmen für seine Produkte braucht, sind Standardkomponenten die von vielen verschiedenen Anbietern bezogen werden können. Auch kauft das Unternehmen einige speziell konfigurierte Komponenten von seinen Anbietern, wobei manche Komponenten nur von einem einzigen Zulieferer gekauft werden können, weshalb in Bezug auf einen Ausfall dieser Zulieferer ein erhöhtes Risiko besteht, das eventuell zu Schwierigkeiten in der Liefer- und Produktionskette führt.

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Die Hauptproduktionsstandorte des Unternehmens sind Australien, Singapur, die USA (Kalifornien und Georgia), Malaysia und China, wobei der Konzern in jedem dieser Länder in einer Stadt aktiv ist (mit Ausnahme der USA in denen es in Kalifornien und Georgia einen Standort gibt). Trotz den Standorten in den USA, wird der substantielle Anteil der Produkte außerhalb der USA produziert und auch ein signifikanter Anteil der Produkte außerhalb der USA verkauft.

Verkauf & Marketing

Das Unternehmen verkauft seine Produkte in mehr als 120 Ländern, und das je nach Regionen über ein  Netzwerk aus eigenen Vertriebsmitarbeitern und unabhängigen Distributoren.

In den USA, Kanada und Lateinamerika werden die Produkte üblicherweise von einem Händler von Gesundheitsprodukten für den privaten Gebrauch gekauft, welcher diese dann an die Patienten weiterverkauft. Dabei hat der Verkaufsprozess eine spannende Dynamik da die Kaufentscheidung von ResMed Produkten nicht nur vom Patienten abhängt, sondern auch von dessen Arzt, dessen Versicherung und von dem Händler, der die Kunden berät. Das Unternehmen verkauft in diesen Regionen alle Produkte direkt an die Händler und teilweise auch an Ärzte und Schlafkliniken, wird allerdings ein Patient mit einer relevanten Erkrankung diagnostiziert, so wird er vom Arzt üblicherweise zu einem der Händler geschickt. 

Im Rest der Welt arbeitet der Konzern mit einer Mischung aus eigenen Vertriebsmitarbeitern die direkt an Händler und Krankenhäuser verkaufen und unabhängigen Distributoren die schlussendlich aber auch an Händler bzw. Krankenhäuser verkaufen. In Deutschland, Australien und Neuseeland hat das Unternehmen darüber hinaus noch eigene Geschäfte, in denen die Produkte damit direkt an die Patienten verkauft werden, das ist sonst nirgendwo der Fall.

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Ein spannender Punkt bei dem Verkauf ist, wie schon einmal angesprochen, die Verkaufsdynamik, dabei ist es so, dass die Produkte großteils direkt an Händler oder Krankenhäuser verkauft werden, die diese dann an die Kunden weiterverkaufen. Die Träger der Kosten sind aber meist nicht die Kunden selbst, sondern Drittparteien, was eben zu einer neuen Dynamik und auch anderen Risikofaktoren führt.

So ist der Großteil der Verkäufe des Unternehmens, laut eigenen Angaben, staatlich oder durch private Versicherungen finanziert. Entsprechend ist ein entscheidender Risikofaktor, inwieweit die staatlichen oder privaten Versicherungen bereit sind die Kosten für Produkte von ResMed zu übernehmen. So werden die Kosten bspw. in Frankreich, Deutschland und Japan staatlich zu großen Teilen getragen, in Australien oder China sind die staatlichen Förderungen in diesem Bereich nicht vorhanden oder stark limitiert. In den USA hat das Unternehmen dieser Risikofaktor schon einige Male etwas getroffen, so kam es bspw. 2016 zu einer regulatorischen Entscheidung durch welche die Summe die gewisse staatliche Versicherungen für Produkte von ResMed zu zahlen bereit waren um 56-60% gefallen ist.

 

Produkte

Medizinische Geräte

PAP-Geräte

Die wichtigste Produktlinie des Konzernes ist die der PAP-Geräte, dabei handelt es sich um Geräte die einen Überdrück in den Atemwegen erzeugen und so gegen deren krankheitsbedingtes Zusammenfallen vorgehen. Hauptstück dieser PAP-Geräte sind die Maschinen, welche den Überdrück überzeugen, Daten messen und analysieren usw.

Von den PAP Maschinen gibt es einige unterschiedliche Arten die CPAP, die VPAP und die APAP Maschinen. Die Standardform sind CPAP Maschinen bei denen ein konstanter Überdruck erzeugt wird, bei VPAP Maschinen steht das V für variabel, der Druck variiert also zwischen zwei Werten, für die Patienten, die mit einem konstanten Druck nicht wirklich umgehen/damit schlafen können und bei APAP Maschinen steht das A für automatisch, der nötige und adäquate Druck  wird bei jedem Atemzug ermittelt und angepasst.

Die CPAP Produkte des Unternehmens laufen unter dem Namen AirSense, die VPAP Produkte unter dem Namen AirCurve und die APAP Produkte unter den Namen AirSense Auto und AirMini, wobei AirMini gleichzeitig das kleinste PAP Gerät der Welt ist.

Doch die PAP Geräte bestehen nicht nur aus der intelligenten und produzierenden Maschine, sondern auch aus einer Maske über die der Patient mit der Maschine verbunden ist. Für die PAP Geräte bietet der Konzern dabei vier Masken bzw. 4 Schnittstellen zwischen Maschine und Patient: eine kleine Nasenmaske, ein Nasen-Polster-System (bei dem nur die Nasenlöcher zugedeckt werden und nicht die ganze Nase überdeckt wird), eine Ganzgesichtsmaske und einen invasiven Schlauch.

Ventilatoren

Vor allem für COPD und andere Atemwegserkrankungen als die obstruktive Schlafapnoe bietet der Konzern Ventilatoren bzw. Beatmungsgeräte an.

Es wird dabei zwischen Geräten für lebenserhaltende Beatmung und solchen für nicht lebenserhaltende Beatmung unterschieden.

Für die lebenserhaltende Beatmung hat das Unternehmen aktuell die drei Produkte bellavista, Astral 100 und Astral 150. Sie können sowohl im Krankenhaus, zu Hause oder auch im Notfall verwendet werden und sind invasive Geräte, die mit einem Schlauch verwendet werden.

Bei den nicht lebenserhaltenden Geräten wird zwischen nicht-invasiven und BiLevel-Geräten (letztere können sowohl invasiv als auch nicht-invasiv genutzt werden) unterschieden. Die beiden BiLevel Geräte tragen die Namen Stellar 100 und Stellar 150 die rein nicht-invasiven Geräte die Namen Astral 100 SC und Lumis 150 VPAP ST-A

Die Masken der Ventilatoren sind denen der PAP Geräte ähnlich.

Sauerstoffkonzentrator

Seit neustem bietet das Unternehmen neben den anderen Produkten auch einen portablen Sauerstoffkonzentrator für Patienten mit chronischen Atemerkrankungen an, welcher die Umgebungsluft mit Sauerstoff anreichert.

Das Gerät namens Mobi zeichnet sich dabei durch seine Portabilität in Form von einem geringen Gewicht, einer langen Batterielaufzeit und einem möglichst unauffälligen Design aus.

Software

Privatkunden

Angefangen haben die Software-Aktivitäten der ResMed Inc. mit Software für Privatkunden bzw. Software die direkt mit den Geräten der Privatkunden verbunden sind/mit diesen zu tun haben.

Die erste Applikation in diesem Bereich die im Jahr 2014 erschien ist MyAir, eine personalisierte Applikation für die Patienten mit Krankheiten welche Support, Bildung und Problemlösungen anbietet, wobei das Ziel mehr Engagement der Kunden und eine bessere Einhaltung der Therapie seitens der Kunden, ist.

Die zweite Applikation die ebenfalls im Jahr 2014 erschien ist S+, eine Schlaflösung, die vor allem für Kunden ohne Erkrankung gedacht ist und über einen Schlafsensor, der mit einer App verbunden ist, den Schlaf misst.

Die letzte wichtige Applikation ist die, ebenfalls 2014 veröffentlichte, AirView Plattform. Es handelt sich bei AirView um ein Cloud System welches ferngesteuerte Überwachung und Anpassungen der Patientendaten bzw. der Gerätseinstellungen des Patienten ermöglicht. (Diese Plattform ist eigentlich nur für die PAP Produkte gedacht, aber die Beatmungsgeräte kann man seit 2016 über spezielle Module des Unternehmens mit AirView verbinden). Diese Applikation wird von Ärzten und anderen Pflegekräften bedient, hat aber direkt mit dem Kunden und dessen Gerät zu tun.

Geschäftskunden

Seit 2016 fokussiert sich das Unternehmen immer mehr auf das Software Geschäft, dabei aber nicht auf die Sparte der Privatkunden sondern auf Geschäftskunden. So richtig angefangen hat dieses Segment mit der Akquisition von Brightree Solutions im Jahre 2016 für gut 804 Millionen US-Dollar. Im Juli 2018 folgte die nächste große Akquisition in diesem Bereich mit der Übernahme von HEALTHCAREfirst für gut 126 Millionen US-Dollar und nur ein paar Monate später im November 2018 kam es dann zur Akquisition von MatrixCare für gut 750 Millionen US-Dollar.

Neben diesen drei großen Akquisitionen die die Eckpfeiler dieses Segmentes bilden, wurden seit 2016 auch noch diverse andere Unternehmen in diesem Bereich aufgekauft. Diese Unternehmen sind meist eher stark wachsend  bzw. in stark wachsenden Branchen aktiv und der Goodwill-Anteil am Kaufpreis ist immer entsprechend hoch, so entfielen bei Brightree 603 der 804 Millionen US-Dollar auf Goodwill, bei MatrixCare entfielen 565 der 750 Millionen US-Dollar auf Goodwill und auch bei HEALTHCAREfirst entfiel mehr als die Hälfte des Kaufpreises auf Goodwill. Es handelte sich also bei den Übernahmen zum Aufbau dieses Segmentes um keine günstigen Akquisitionen.

Doch was bieten diese Unternehmen nun konkret an?

Brightree, das erste Unternehmen dieses Segments, ist ein Cloud-Software-Anbieter, der mit seinen Produkten Unternehmen im Bereich der Heimpflege unterstützt. Die Software dient dabei sowohl dazu, das Geschäft zu managen und einen Überblick über die geschäftlichen Zahlen und Daten zu bekommen sowie Prozesse zu optimieren aber auch dazu die Patienten zu managen und einen Überblick über alle Kunden zu haben.

MatrixCare ist nach Brightree das zweitgrößte Unternehmen im Bunde, zumindest wenn man nach dem Kaufpreis geht, und bietet ebenso diverse Software Applikationen an. Die Produkte sind sich dabei im Grunde sehr ähnlich MatrixCare bietet seinen Kunden dabei sowohl eine elektronische Gesundheits/Patientenakte an, in der alle Informationen über die Patienten gespeichert und verwaltet werden können, als auch Applikationen für das Managen und Analysieren der eigenen Geschäftsprozesse sowie Applikationen mit denen man die Verwaltung der Patienten im täglichen Geschäft planen kann. Unterscheiden tun sich MatrixCare und Brightree vor allem dadurch, dass MatrixCare nicht nur im Bereich der Heimpflege aktiv ist (in selbigem hat das Unternehmen 2.500 Kunden), sondern vor allem auch im Bereich der stationären Pflege (darunter fallen Krankenhäuser, Altersheime usw.) in welchem das Unternehmen 13.0000 Kunden hat.

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Das letzte etwas kleinere aber dennoch noch relevante Unternehmen in diesem Segment ist HEALTHCAREfirst, wobei es sich ebenfalls um ein Software Unternehmen handelt, welches sich wiederum ausschließlich auf Unternehmen im Bereich der Heimpflege fokussiert. Seinen Kunden bietet das Unternehmen im Groben drei Dienstleistungen an: allgemeine Software zum Speichern und Managen der Patientendaten sowie des eigenen Geschäftes, Programmierleistungen mit denen sich Kunden von HEALTHCAREfirst maßgeschneiderte Software kaufen können und Applikationen im Bereich der Analytik die ausschließlich für die Analyse der Daten des Unternehmens gedacht sind und auf Basis der Resultate die Performance erhöhen sollen.

Neben diesen drei großen Unternehmen, wurden in den letzten Jahren (seit 2016) auch viele kleine Unternehmen im Software-Bereich gekauft, diese werden dann aber meist in einen der großen genannten Player integriert und arbeiten in ähnlichen Bereichen.

 

Krankheiten

Obstruktive Schlafapnoe (OSA)

Die Hauptkrankheit auf die sich der Konzern fokussiert ist, wie schon erwähnt, die obstruktive Schlafapnoe, bei der sich die Atemwege zu stark entspannen, sodass nicht mehr genügend Sauerstoff in die Lunge kommt, was zu immer wiederkehrenden kurzen Atemstillständen während des Schlafes führt.

Man geht davon aus, dass 5-10% der Bevölkerung von dieser Krankheit betroffen sind, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Eine wichtige Kennzahl für die Stärke bzw. das Ausmaß von Schlafapnoe ist der AHI ein Index der angibt, wie viele Atemstörungen man pro Stunde Schlaf durchschnittlich hat. Als mild wird ein AHI von 5-15 eingeschätzt, wobei Ärzte ab 15 zu einer Therapie raten. 15-30 stellt eine moderate Erkrankung dar und alles über 30 eine starke Erkrankung.

Neuste Studien haben ergeben, dass Stand 2018 weltweit mehr als 936 Millionen Menschen von OSA mit einem AHI größer gleich 5 betroffen waren. Davon wiederum waren mehr als 424 Millionen Menschen von OSA mit einem AHI größer gleich 15 betroffen, diese 424 Millionen Menschen werden also als medizinische behandlungswürdig eingeschätzt.

Eine spannende Dynamik hat dieser Markt, weil nur ein kleiner Anteil der erkrankten Personen von seiner Erkrankung weiß. So zeigen Daten des Marktforschungsinstituts Frost & Sullivan, dass von 245 Millionen Einwohner in den USA zum Stand ihrer Analyse gut 12% sprich 29 Millionen Menschen OSA mit einem AHI größer 5 hatten. Von diesen waren aber nur 20% also 6 Millionen wissentlich diagnostiziert, und 23 Millionen Erkrankte haben bisher noch keine Diagnose und damit auch keine Behandlung.

Die erste Schlussfolgerung wäre nun zu sagen, dass die Erkrankung dann wohl nicht so wichtig sein kann, wenn nur 20% diagnostiziert wurden, die Daten von Frost & Sullivan zeigen aber etwas anderes.

Die nicht diagnostizierten kosteten dem US-amerikanischen Gesundheitssystem im Jahre 2015 gut 150 Millionen US-Dollar. Gut 30 Millionen dieser Kosten werden durch Begleiterkrankungen wie Depression hervorgerufen, die auf den Schlafmangel zurückzuführen sind, 26 Millionen sind auf durch Schlafmangel entstehende Autounfälle der OSA Erkrankten zurückzuführen, weitere 6.5 Millionen sind mit Unfällen am Arbeitsplatz und 87 Millionen mit verlorener Produktivität am Arbeitsplatz zu erklären.

Damit entstehen für das Gesundheitssystem bzw. die gesamte Gesellschaft Kosten von gut 6400 US-Dollar pro unbehandeltem OSA Patienten, die Behandlung von OSA kostet hingegen nur 2105 Dollar pro Person.

Diese Studie zeigt darüber hinaus auch, dass in den USA 85% der Patienten mit OSA mit PAP Geräten behandelt werden, 5% mit chirurgischen Maßnahmen und 10% mit oralen Applikationen wie Protrusionsschienen (diese Schienen positionieren den Unterkiefer, die Zunge und andere Strukturen nach vorne und öffnen den Biss, was die Atemwege im Schlaf mechanisch offen hält, da durch diese Vorschiebung die Einengung im Rachenraum verringert wird).

COPD

COPD ist die zweite große Krankheit auf die sich das Unternehmen mit seinen Produkten fokussiert.

Mehr als 380 Millionen Menschen weltweit haben COPD und in Europa verursacht COPD Kosten von ca. 48 Milliarden Euro pro Jahr, in den USA Kosten von ca. 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Darüber hinaus sterben mehr als 3 Millionen Menschen jedes Jahr an dieser Krankheit.

COPD wird vor allem durch langjährige Schadstoffbelastung und dabei vor allem durch Rauchen ausgelöst und führt genau wie OSA zu einer Belüftungsstörung der Lunge. Sowohl die Beatmungsgeräte, PAP Geräte und Luftkondensatoren (letztere nur bei besonders schweren Fällen), können Patienten helfen. Für diese Erkrankung gibt es aktuell keine Heilung, die Produkte können das Leben aber verlängern bzw. die Krankheit erträglicher machen.

Ebenso wie OSA wird COPD oft erst in einem sehr späten Stadium oder womöglich gar nicht diagnostiziert. Grund dafür ist, dass sich das Hauptsymptom der Atemnot nur schleichend einstellt und es von den Patienten, die im Regelfall über 40 sind, oft als normales Symptom der Alterung interpretiert wird.

Andere

Andere Krankheiten die mit den Produkten des Unternehmens behandelt werden können bzw. behandelt werden sind neuromuskuläre Erkrankungen, die zu Atemschwachheit führen, durch Adipositas verursachte Hyperventilation oder auch verschiedene Überlappungssyndrome, also Erkrankungen die die Symptome mehrerer Krankheiten aufweisen. Ein Beispiel für ein Überlappungssyndrom, bei dem die Produkte des Konzerns relevant sind ist das Asthma-COPD-Überlappungssyndrom, bei dem sowohl Symptome von Asthma als auch jene von COPD vorhanden sind.

Markt

Geräte-Markt

Zur Analyse des Marktes wurde auf die Daten von 8 unabhängigen Marktforschungsinstituten (MarketsandMarkets, GrandViewResearch, Prescient & Strategic Intelligence, Global Market Insights, Market Research Future, Market Watch, Future Market Insights und Market Research Engine) zurückgegriffen, allerdings wichen die Daten zur Marktgröße teils um mehrere Milliarden US-Dollar voneinander ab und das bei einer Marktgröße, die laut den höchsten Schätzungen für den Markt der Schlafapnoe Geräte bei gerade einmal 6 Milliarden USD lag. Allerdings waren sich die Institute in den Wachstumszahlen sehr einig. So ergab sich für die Periode von 2019 bis 2022, für welche es von allen 8 Unternehmen Wachstumserwartungen gab, ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 7.53% mit einer Standardabweichung von nur 0.42%. Entsprechend wurde bei dieser Analyse für den Markt nicht mit einer fixen Größe gearbeitet, sondern einfach mit einem Wachstum von 7.5% in den Jahren 2019 bis 2025. 

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Natürlich bietet der Konzern nicht nur PAP Produkte an sondern bspw. auch die Ventilatoren, allerdings scheint die Wachstumsrate von 7.5% auch für die anderen Produkte realistisch, bedenkt man, dass es sich ja oft um die gleichen oder ähnliche Krankheiten handelt.

Es wird also davon ausgegangen, dass der Markt für die Geräte von ResMed in den nächsten Jahren (bis 2025) um durchschnittlich 7.5% pro Jahr wachsen wird. Dieses Wachstum übersteigt die des gesamten Gesundheitsmarktes um einiges, was aber auch Sinn macht, da das Potential an Patienten, die bisher noch nicht behandelt werden, selbst in entwickelten Ländern sehr hoch ist, und erscheint damit realistisch.

Software-Markt

ResMed fokussiert sich mit seinen Softwareprodukten vor allem auf den Heimpflegemarkt. Für den Markt der Software für den Heimpflegemarkt, gibt es aber aktuell keine öffentlich zugänglichen Daten, weshalb die Einschätzung der Größe und des Wachstums dieses Marktes auf dem Heimpflegemarkt selbst basiert werden.

Laut dem Forschungsarm von Business Insider, Business Insider Intelligence, wird der US-Heimpflegemarkt mit einem Wachstum von ca. 7% pro Jahr von 103 Mrd. USD in 2018 auf 173 Mrd. USD in 2026 wachsen und damit stärker als die Krankenhauspflege mit einem erwarteten Wachstum von nur 5.3% pro Jahr im selben Zeitraum.

Laut einem Bericht von Deloitte, macht der nordamerikanische Markt 45% des gesamten Gesundheitsmarktes aus bzw. 45% der weltweiten Gesundheitsausgaben im Jahr 2017. Es liegt die Annahme nahe, dass auch der Heimpflegemarkt eine ähnliche internationale Struktur aufweist. 45% des Gesamtmarktes sind also die 103 Mrd. USD im Jahr 2018 entsprechend hat der gesamte Heimpflegemarkt Stand 2018 eine Größe von ca. 227 Milliarden USD.

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Mit seiner Software bedient ResMed genau diesen Markt, allerdings sind die 227 Mrd. USD die Gesamtausgaben für die Heimpflege. Heimpflegeunternehmen selbst werden aber nicht viel mehr als 5% ihrer Umsätze für derartige Softwareprodukte ausgeben entsprechend liegt der potentielle Markt für diese Software-Produkte vielleicht bei 11 Milliarden USD, davon ist aktuell vielleicht die Hälfte erschlossen also 5.5 Mrd. US-Dollar. Wachsen wird dieser Software Markt also schneller, als der Heimpflegemarkt selbst, da mit Sicherheit noch nicht der ganze Markt erschlossen ist, weshalb mit einem Wachstum von 14% (doppelt so viel wie der Heimpflegemarkt selbst) in den nächsten Jahren bis 2025 gerechnet wird.

Es wird weiters davon ausgegangen, dass das Software Segment des Unternehmens mit den drei großen Töchtern Brightree, MatrixCare und HEALTHCAREfirst, genau mit diesen 14% in den nächsten Jahren wachsen wird.

 

Wettbewerb

Zu den wichtigsten Wettbewerbern des Unternehmens gehören sowohl kleinere regionale Player als auch große Medizinkonzerne, die teilweise bedeutend mehr Kapital als ResMed haben. Die wichtigsten Wettbewerber aktuell sind: Philips BV, Löwenstein Medical GmbH, Fisher & Paykel Healthcare Corporation, DeVilbiss Healthcare, ApexMedical Corporation und BMC Medical.

Neben diesen Mitbewerbern, die vor allem auf Basis ähnlicher Produkte und Geräte konkurrieren, stellen natürlich auch alternative Behandlungen, wie bspw. chirurgische Eingriffe oder zahntechnische Maßnahmen, welche zur Behandlung von Schlafapnoe oder anderen chronischen Atemwegserkrankungen dienen, einen Wettbewerb dar.

Strategie

Seit dem Geschäftsjahr 2019 arbeitet der Konzern mit zwei Segmenten, und allem Anschein nach auch mit zwei unterschiedlichen Strategien.

Im Segment der Medizingeräte schwört das Unternehmen seit seiner Gründung vor allem auf organisches Wachstum durch eine führende Position in der Technologie. So arbeiten auch 16% der Mitarbeiter im Bereich der Forschung- und Entwicklung und 6.6% der Umsätze flossen 2018 in diesen Bereich.

Schon seit vielen Jahren greift das Unternehmen zusätzlich zu den eigenen Entwicklungen auch in diesem Segment auf Akquisitionen zurück, dabei liegt der Fokus aber meist mehr auf der Akquisition einer bestimmten Technologie und weniger auf der Akquisition von ganzen Unternehmen und ist entsprechend günstiger.

Im Segment der Software wird hingegen eine ganze andere Strategie verfolgt, so werden seit 2016 regelmäßig große Unternehmen zu hohen Preisen und mit hohen Goodwill-Anteilen übernommen, organisch gewachsen oder aus den Händen von ResMed stammend ist in diesem Segment entsprechend wenig bis gar nichts.

Laut eigenen Angaben sieht der Konzern in den nächsten Jahren auch noch Potential in den Konsumentenmarkt mit weiteren Produkten wie dem Schlafsensor S+ einzusteigen und sich so auf eine neue Zielgruppe der nicht erkrankten Konsumenten einzulassen.

Insgesamt wird man aus Sicht der Strategie in den nächsten Jahren wie auch bisher recht solide Investition in Forschung und Entwicklung, gepaart mit vielen teils teuren Akquisitionen im Software-Bereich erwarten können.

Management

Peter Farrell (76), der Gründer des Unternehmens ist immer noch als dessen Vorstandsvorsitzender und seit der Gründung 1989 Vollzeit im Konzern aktiv und besetzte bis ins Jahr 2013 die Position des CEOs, woraufhin er diesen Posten an seinen Sohn, Michael Farrell, übergab.

Michael Farrell CEO (46), ist seit der Übergabe von seinem Vater im Jahr 2013 der CEO von ResMed. Er trat dem Unternehmen im Jahr 2000 bei und war davor in der Management-Beratung, Biotechnologie, Chemie und der Stahlproduktion aktiv.

Rob Douglas COO (58), ist seit 2011 als COO des Konzernes und seit 2011 im Unternehmen aktiv, wobei er bei seinem Einstieg die Position des Vizepräsidenten im Marketing besetzte.  

Jim Hollingshead (55), ist der Präsident der Schlafsparte des Unternehmens, seit 2010 bei ResMed aktiv und davor in diversen Beratungsunternehmen, wie u.a. Deloitte, beschäftigt.

Richie McHale (54), ist der Präsident der Sparte für Atemwegserkrankungen, er ist seit 2011 im Unternehmen aktiv und war davor bei diversen Pharma-, Biotechnologie-, und Medizintechnikunternehmen beschäftigt.

David Pendarvis CAO (59), ist seit 2011 der Vorstand der Administration von ResMed und seit 2002 im Unternehmen aktiv, davor war er als Anwalt bei einer großen Kanzlei beschäftigt.

Brett Sandercock CFO (51), ist seit 2006 der Vorstand für Finanzielles bei ResMed und seit 1998 bei ResMed beschäftigt, davor und auch bei seinem Einstieg war er in verschiedensten Rollen in der Buchhaltung aktiv.

Raj Sodhi (45), ist seit 2017 der Präsident der Software Sparte von ResMed, er kam 2012 ins Unternehmen, nachdem ResMed in diesem Jahr die Umbian Inc. übernahmen, welche er leitete und zuvor mitgründete. Bevor er Umbian gründete, war er in der Softwareentwicklung für die Finanzdienstleistungsbranche aktiv.

Insgesamt hat das Unternehmen aus Sicht des Managements mit dem Sohn des Gründers als jungem und potentem Manager durchaus gute langfristige Zukunftsaussichten, wobei dieser im Unternehmen bald auch schon an die 20 Jahre an Erfahrung gesammelt hat. Kritisch sehe ich allerdings die Akquisitionswelle die Michael Farrell einleitete, und die vor allem in den letzten Jahren größentechnisch Ausmaße angenommen hat, die mit hohen Preisen und Goodwillwerten von etwas überteuerten Übernahmen zeugen.

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Aktionärsstruktur

Wie man der Aktionärsstruktur entnehmen kann, fehlt der ResMed Inc. ein großer aktiver Anteilseigner, wobei die großen Aktionäre ausschließlich institutionelle Investoren sind, die nicht gerade für ihre aktive Einmischung in das Geschäftstreiben bekannt sind. Entsprechend bedeutender und machtvoller ist bei ResMed die Rolle des CEOs Michael Farrell, der wohl ohne große Einschränkungen seitens der Aktionäre recht frei und ungebunden walten und schalten kann.

Historie

1981 entwickelte Professor Colin Sullivan und seine Kollegen an der University of Sydney das erste nicht-invasive Verfahren zur Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe mit Hilfe von durchgehend positivem Überdruck in den Atemwegen.

Nach der Publizierung der Technologie und deren Patentierung machte sich der Professor auf die Suche nach einem kompatiblen Partner für die Kommerzialisierung der Technologie. Er wandte sich 1986 an Chris Lynch, einer Führungskraft der Firma Baxter, welcher sich wiederum ein seinen Kollegen Dr. Peter Farrell wandte. 1987 investierte Baxter dann erstmals kleine Summen in die Technologie bzw. die ausführliche Analyse selbiger entschied sich aber schließlich 1989 auf Basis diverser Gründe dagegen die Technologie zu vermarkten. Also gründete Dr. Peter Farrell ResMed um die Technologie und die Patente von Sullivan zu kaufen und machte sich auf, diese zu kommerzialisieren.

Bereits 1995 ging sein Unternehmen, die ResMed Inc. dann an die Börse. Seither hat sich das Unternehmen organisch sowie durch Akquisitionen stark entwickelt und ist heute ein führender Player in der Behandlung von Schlafapnoe und anderen Atemwegserkrankungen.

Die Akquisitionen setzt das Unternehmen bis heute fort, wobei selbige in der Geschichte immer mehr und größer wurden.

Quellen:

  • http://s2.q4cdn.com/231003812/files/doc_financials/quarterly/2019/q2/RMD_2Q19-Earnings-Press-Release_01242019_vFINAL.pdf(Zugriff: 06.04.2019)

  • http://s2.q4cdn.com/231003812/files/doc_financials/annual/2018/10-K-2018.pdf(Zugriff: 06.04.2019)

  • Quelle: http://investors.resmed.com/investor-relations/about-us/default.aspx(Zugriff: 02.04.2018)

  • http://s2.q4cdn.com/231003812/files/doc_presentations/2019/ResMed_2019-JPM_vFINAL_01072019.pdf(Zugriff: 03.04.2019)

  • https://www.sozialministerium.at/cms/site/attachments/7/3/7/CH3968/CMS1373539599561/themenbericht_copd_final.pdf(Zugriff: 02.04.2019)

  • http://www.schlafapnoe-shg.at/wp-content/uploads/2012/11/Ausf%C3%BChrlicher-Befund-und-was-ist-ein-AHI.pdf(Zugriff: 03.04.2019)

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Schlafapnoe-Syndrom(Zugriff: 02.04.2019)

  • https://www.resmed.com/us/en/index/about-us/the-executive-team.html(Zugriff: 03.04.2019)

  • https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/chronic-obstructive-pulmonary-disease-(copd) (Zugriff: 06.04.2019)

  • http://aasm.org/resources/pdf/sleep-apnea-economic-crisis.pdf(Zugriff: 06.04.2019)

  • https://www.marketwatch.com/press-release/at-74-cagr-cpap-devices-market-size-will-reach-4520-million-usd-by-2025-2019-03-05(Zugriff: 03.04.2019)

  • https://www.marketsandmarkets.com/PressReleases/sleep-apnea-devices.asp(Zugriff: 03.04.2019)

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  • https://www.marketresearchfuture.com/reports/continuous-positive-airway-pressure-devices-market-939(Zugriff: 03.04.2019)

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  • https://www.marketwatch.com/press-release/positive-air-pressure-devices-market-to-grow-at-a-cagr-of-797-by-2024-2018-12-10(Zugriff: 06.04.2019)

  • https://www.businessinsider.com/the-us-home-healthcare-report-2019?IR=T(Zugriff: 07.04.2019)

  • https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/global/Documents/Life-Sciences-Health-Care/gx-lshc-hc-outlook-2019.pdf(Zugriff: 07.04.2019)