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Optimismus – gewichtet oder ungewichtet

Ein gewisser Pessimismus ist den meisten Intellektuellen gemein. Es wirkt immer sehr intelligent, wenn jemand die Dinge kritisch hinterfragt, Zweifel anbringt und die Vorgehensweise bemängelt.

„Of course, inexperience is not the only reason people are too harsh on early versions of ambitious projects. They also do it to seem clever. And in a field where the new ideas are risky, like startups, those who dismiss them are in fact more likely to be right. Just not when their predictions are weighted by outcome.” – Paul Graham in seinem Artikel „Early work”.

Wie Paul Graham richtig anmerkt, ist dieses Verhalten vollkommen rational. Denn vor allem, wenn es um risikoreiche Projekte, Innovation und Neues geht, liegt der Zweifler oft richtig.

Die meisten Startups scheitern, wer also einfach nur Recht haben will, ist am besten darin beraten, allen Startups den Untergang zu prophezeien.

Ganz anders sieht die Sache aus, wenn wir die Prophezeiungen gewichten. Denn der Untergangsprophet hat zwar öfter Recht als der Startup-Investor. Monetär erfolgreicher ist aber in der Regel der Investor.

Denn selbst wenn der Investor in 100 Startups investiert und es nur ein einziges zu einem Milliardenkonzern bringt, haben sich seine Investments insgesamt rentiert. Er kann also 99 Mal falsch liegen und trotzdem fällt die eine richtige Prophezeiung viel stärker ins Gewicht.

Der Intellektuelle gewichtet seine Vorhersagen in der Regel nicht. Aus seiner Sicht sind alle Vorhersagen gleichwertig.

Zum Weiterlesen:

http://paulgraham.com/early.html

https://www.noahleidinger.com/ideenraum/nonkonform-versus-kritisch